Denk zuerst an den Abschnitt, auf dem du frieren wirst.
Radkleidung muss während der Fahrt funktionieren, nicht beim Temperaturtest im Flur. Ziehst du dich für die ersten fünf Minuten zu warm an, verbringst du den Rest der Tour schnell verschwitzt.
Prüfe vor der Abfahrt:
- Auf welchem Abschnitt der Tour wird dir am kältesten?
- Wann regnet es wirklich?
- Welche kleine Zusatzschicht löst die kalte Stelle, ohne den Rest der Tour zu ruinieren?
- Fahr lieber etwas zu kühl los und prüfe nach zehn Minuten, ob deine Kleidung passt.
- Nimm Abfahrten, Schatten, ungeschützte Straßen und Gegenwind ernster als die Temperatur am Start.
- Nimm Teile, die du öffnen oder schnell einstecken kannst: Weste, Armlinge, leichte Handschuhe, Schlauchtuch und eine kompakte Jacke.
Radkleidung im Überblick
Nutze die Tabelle als Ausgangspunkt und passe sie an Intensität und dein persönliches Kälteempfinden an. Harte Intervalle machen schnell warm; lockere Fahrten, lange Abfahrten, Müdigkeit und Regen kühlen dagegen aus.
| Gefühlt | Typische Kleidung | Mitnehmen oder prüfen |
|---|---|---|
| 28°C+82°F+ | Leichtes Trikot, Radhose, atmungsaktive Socken und Sonnenbrille. | Zusätzliche Getränke, Sonnencreme, Wasserstopps und den Zeitpunkt langer ungeschützter Abschnitte. |
| 20-28°C68-82°F | Kurzarmtrikot und Radhose. Meist bleibt es unkompliziert. | Weste oder leichte Jacke für lange Abfahrten oder eine Rückkehr am Abend. |
| 15-20°C59-68°F | Kurzarmtrikot mit Armlingen, Radhose und optional einer Weste. | Leichte Handschuhe bei Wind, eine Weste für Abfahrten und klare Gläser bei einsetzender Dämmerung. |
| 10-15°C50-59°F | Langarmtrikot oder Kurzarmtrikot mit Armlingen, dazu Beinlinge oder lange Trägerhose und eine Weste. | Handschuhe, Schlauchtuch und bei ungeschützten Abschnitten eine Windjacke. Bei Schauern eine Regenjacke. |
| 5-10°C41-50°F | Funktionsunterhemd, Langarm- oder Thermotrikot, lange Trägerhose und Handschuhe. | Windjacke, Schlauchtuch oder Stirnband, bei Nässe Überschuhe und bei schlechter Sicht Licht. |
| 0-5°C32-41°F | Thermoschicht, winddichte Außenschicht, Winterhandschuhe und lange Trägerhose. | Wärme für Kopf und Nacken, Überschuhe und Licht einplanen sowie den Fahrbahnzustand prüfen. |
| Unter 0°CUnter 32°F | Thermokleidung, winddichte Schichten, Winterhandschuhe sowie Schutz für Kopf, Hals und Füße. | Tageslicht, Fahrbahnzustand, warme Handschuhe und Füße sowie verlässliche Stopps prüfen. |
Schichten helfen vor allem dabei, Schweiß und Wärme zu regulieren.
Ein Funktionsunterhemd ist keine magische Isolierung. Es transportiert zuerst einmal Schweiß von der Haut. Trikot oder Thermoschicht liefern den Großteil der Wärme, die Außenschicht hält Wind und Regen ab.
Eine Weste lohnt sich in der Trikottasche: Bei Abfahrten schützt sie den Oberkörper vor dem Fahrtwind, während überschüssige Wärme über die Arme entweichen kann. Wird es wärmer, öffnest du einfach den Reißverschluss oder verstaust die Weste wieder.
Kleine Teile machen viel aus. Handschuhe, Überschuhe, Stirnband und Schlauchtuch bringen oft mehr Komfort als eine weitere Schicht am Oberkörper.
Regen und Wind verändern die Kleiderwahl
Dieselbe Temperatur kann sich mit Fahrtwind, Gegenwind oder nasser Kleidung völlig anders anfühlen. Wind zieht Wärme ab, Regen macht die Kleidung kalt und schwer. Zusammen können beide aus einer milden Vorhersage eine miserable Tour machen, besonders wenn Hände oder Füße nass werden.
- Wenn der Regen erst später einsetzt, pack die Regenjacke ein, statt sie von Anfang an zu tragen.
- Bei kaltem Dauerregen brauchst du eine richtige Regenjacke.
- Wenn’s warm und kurz regnet, reicht atmungsaktive Kleidung vielleicht aus.
- Bei starkem Wind ohne Regen ist eine Windjacke oder Weste oft besser als eine Regenjacke.
- Wenn du erst im Dunkeln zurückkommst oder Nebel möglich ist, gehört Licht unbedingt zur Ausrüstung.
So sieht Routenwetter in der Praxis aus
Welche Ansicht hilft, hängt von der Situation ab. An einem nassen Abend zählen Zeitpunkt und Kleidung. Auf einer heißen, trockenen Tour zeigt die Windkarte, wo sich Anstrengung und Bedingungen ändern.
Der Morgen-Check für den Arbeitsweg
Auf dem Arbeitsweg hilft die Frage „Wie wird das Wetter heute?“ wenig. Entscheidend ist: Wie ist es auf dem Hinweg, wie auf dem Heimweg und was ändert sich dazwischen?
- Prüfe die Zeitfenster für Hin- und Rückweg getrennt.
- Achte darauf, wann der Regen kommt, nicht nur auf die Regenwahrscheinlichkeit.
- Pack die leichteste Zusatzschicht ein, die für die schlechtesten wahrscheinlichen Bedingungen reicht.
- Plane eine Lampe ein, wenn Nebel, tief stehende Sonne oder eine späte Rückkehr möglich sind.
Das Widget ist für den schnellen Blick vor der Abfahrt gedacht: aktuelles Wetter, Wind, Regenwahrscheinlichkeit, Luftqualität und die Kleidungsempfehlung, bevor du neben dem Rad noch über Handschuhe grübelst.
So kommt Route Companion zur Kleidungsempfehlung
Route Companion prüft das Wetter entlang der Route für dein geplantes Zeitfenster, statt nur einen einzelnen Vorhersagepunkt zu verwenden. Einbezogen werden gefühlte Temperatur, Wind, Regenwahrscheinlichkeit und -menge, UV-Strahlung, Tageslicht, Nebel, Aktivität und dein persönliches Kälteempfinden.
Zur gefühlten Temperatur kommt auf dem Rad der Fahrtwind hinzu. Die Vorhersage berücksichtigt Wind für eine stehende Person, doch beim Fahren trifft deutlich mehr Luft auf dich. Bei starkem Wind fällt die Kleidungsempfehlung deshalb etwas wärmer aus, als es der reine Temperaturwert vermuten lässt.
Die Empfehlung bleibt bewusst konkret: kurze oder lange Trägerhose, Ärmel, Funktionsunterhemd, Weste, Wind- oder Regenjacke, Handschuhe, Schlauchtuch, Überschuhe, Sonnencreme und bei Bedarf Licht. Teile, die du nicht besitzt, kannst du ausblenden, damit der Vorschlag zu deiner Ausrüstung passt.
Es geht nicht um eine möglichst clevere Empfehlung, sondern um den Abschnitt, den ein gewöhnliches Wetterwidget übersieht.
Was die App nutzt
Route Companion prüft die Vorhersage entlang der Route für dein geplantes Zeitfenster und leitet daraus die Kleidungsempfehlung ab. Entscheidend sind gefühlte Temperatur, Windgeschwindigkeit, Regenwahrscheinlichkeit und -menge, UV-Strahlung, Tageslicht, Nebel, Radmodus und dein persönliches Kälteempfinden.
Die App kennt nicht jedes Detail vor Ort. Schatten, Spritzwasser, Caféstopps und deine geplante Intensität musst du selbst einschätzen.
Hinweis: Route Companion berechnet das in der App angezeigte Routenwetter aus Vorhersagedaten. Mehr zu gefühlter Temperatur und Windchill erklären UK Met Office und NOAA / National Weather Service.