Wetterratgeber fürs Laufen

Zieh dich für Kilometer zwei an, nicht für den ersten Schritt vor die Tür.

Beim Laufen wird dir schnell warm. Wenn du dich für die erste Minute draußen anziehst, bist du später oft verschwitzt oder trägst eine Schicht mit, die du gar nicht gebraucht hättest.

Route Companion: Laufwetter und Kleidungsempfehlung

Starte etwas kühler, als es sich zunächst richtig anfühlt.

Beim Laufen erzeugst du bei gleicher Lufttemperatur mehr Wärme als auf dem Rad. Fühlst du dich vor dem Start schon rundum warm, bist du bei deinem Lauftempo meist zu dick angezogen.

Die ersten zehn Minuten sind nicht der ganze Lauf. Zieh dich für gleichmäßige Bewegung an und ergänze nur kleine Teile für das, was trotzdem kalt wird:

  • Hände und Ohren bei kaltem Wind.
  • Eine leichte Regenjacke bei kaltem oder länger anhaltendem Regen.
  • Der Rückweg zu Fuß, wenn du weit entfernt von einem geschützten Ort abbrechen musst.
  • Orientiere dich vor allem an der Intensität: Für lockere Läufe brauchst du mehr Kleidung als für harte Einheiten.
  • Setze auf kleine, leicht verstaubare Teile: Handschuhe, Stirnband, Schlauchtuch und eine leichte Jacke.
  • Bei Wendepunktstrecken lohnt der Blick auf den Rückweg. Aus Rückenwind auf dem Hinweg kann kalter Gegenwind auf dem Heimweg werden.

Laufkleidung im Überblick

Die Tabelle geht von einem gleichmäßigen Dauerlauf aus. Beim lockeren Regenerationslauf, mit müden Beinen, bei Regen oder langen Pausen kühlst du stärker aus. Tempoläufe und Steigungen wärmen zusätzlich.

Gefühlt Typische Kleidung Mitnehmen oder prüfen
25°C+77°F+ Leichtes Laufshirt oder Tanktop, Shorts sowie Kappe oder Sonnenbrille. Wasserquellen, Sonnenschutz, Schatten entlang der Strecke.
18-25°C64-77°F Kurzarmshirt oder Tanktop und Shorts. Meist reicht einfache Laufkleidung. Prüfe Sonne, Luftfeuchtigkeit und Laufdauer.
12-18°C54-64°F Kurzarmshirt oder leichtes Langarmshirt und Shorts. Dünne Handschuhe oder Stirnband nur bei Wind oder lockerem Tempo.
7-12°C45-54°F Langarmshirt, Shorts oder leichte Lauftights. Handschuhe, Stirnband und eine leichte Jacke, wenn Wind oder Schauer drohen.
0-7°C32-45°F Langarmshirt, Lauftights, Handschuhe sowie Stirnband oder Mütze. Windjacke auf freien Flächen, Buff bei kaltem Wind und den Untergrund auf Glätte prüfen.
Unter 0°CUnter 32°F Thermo-Laufshirt, Lauftights, warme Handschuhe und Schutz für Kopf und Ohren. Tageslicht, warme Handschuhe, Schutz für Kopf und Ohren sowie Glätte prüfen.

Beim Laufen brauchst du meist weniger Kleidung als auf dem Rad: Es gibt weniger Fahrtwind, und die gleichmäßige Anstrengung erzeugt mehr Wärme.

Regen und Wind entscheiden über die Extras.

Leichter Regen ist bei mildem Wetter in atmungsaktiver Laufkleidung meist kein Problem. Kalter Regen ist etwas anderes: Sind die Sachen erst nass und frischt der Wind auf, kühlen Hände, Ohren und Körpermitte schnell aus.

  • Wenn es nur kurz regnet und mild ist, kann eine Regenjacke eher lästig als hilfreich sein.
  • Bei kaltem oder anhaltendem Regen nimm eine leichte wasser- oder winddichte Jacke mit.
  • Bei starkem Wind schütze die Körpervorderseite und zieh frühzeitig Handschuhe an.
  • Wenn du weit weg von zu Hause abbrechen könntest, sollte deine Kleidung auch für den Rückweg zu Fuß reichen.

Läufe im Dunkeln musst du extra planen.

Sichtbarkeit ist zwar keine Kleidung, gehört aber zur Entscheidung vor dem Lauf. Dunkelheit, Nebel, nasse Straßen und tief stehende Sonne beeinflussen, wie gut Autofahrende und andere Menschen auf dem Weg dich sehen.

  • Nutze reflektierende Details oder ein Licht, wenn deine Route über Straßen, Kreuzungen oder gemeinsam genutzte Wege führt.
  • Prüfe, ob der Rückweg nach Sonnenuntergang liegt, auch wenn du noch bei Tageslicht startest.
  • Trage auffällige Kleidung, wenn Regen oder Nebel den Kontrast verringern.

Wie Route Companion das für Läufe berücksichtigt

Beim Laufen gilt dasselbe Prinzip: Route Companion betrachtet Wetter und Ankunftszeit entlang der Strecke, nicht nur die Vorhersage für eine Stadt. Das Kleidungsmodell berücksichtigt gefühlte Temperatur, Wind, Regenwahrscheinlichkeit und -menge, UV-Strahlung, Tageslicht, Nebel, Aktivitätsmodus und dein persönliches Kälteempfinden.

Der Laufmodus ist nicht einfach der Radmodus unter neuem Namen. Beim Laufen erzeugst du mehr Wärme und deutlich weniger Fahrtwind, deshalb empfiehlt das Modell weniger Schichten. Zusätzlichen Windchill gewichtet es nur etwa halb so stark wie beim Radfahren. Radspezifische Teile wie Weste, Arm- und Beinlinge, Überschuhe und Fahrradlicht entfallen.

Nutze die Empfehlung als letzten Check vor dem Lauf, besonders wenn sich das Wetter entlang der Strecke oder zwischen Hin- und Rückweg ändert.

Was die App nutzt

Der Laufmodus nutzt dieselben Wetterdaten wie der Radmodus, wendet aber eigene Kleidungsregeln an. Er berücksichtigt, dass Läufer mehr Wärme und weniger Fahrtwind erzeugen, und prüft gefühlte Temperatur, Wind, Regenwahrscheinlichkeit und -menge, UV-Index, Tageslicht, Nebel sowie ob du schnell frierst oder schwitzt.

Das Modell kennt weder dein geplantes Tempo noch Untergrund, Windschutz oder lange Pausen. Diese Faktoren musst du vor dem Start selbst abwägen.

Hinweis: Route Companion berechnet das in der App angezeigte Routenwetter aus Vorhersagedaten. Mehr zu gefühlter Temperatur und Windchill erklären UK Met Office und NOAA / National Weather Service.