Worauf die Zahl basiert
Viele übernehmen ihren Reifendruck aus Gewohnheit oder orientieren sich am Maximalwert auf der Reifenflanke. Beides führt meist zu zu viel Druck.
Das Modell arbeitet in drei Schritten. Zuerst verteilt es das Gesamtgewicht von dir, Rad und Ausrüstung passend zum Radtyp auf beide Räder: beim Rennrad ungefähr 48 zu 52 Prozent, beim beladenen Tourenrad eher 44 zu 56. Dann berechnet es für jedes Rad den Druck, bei dem der Reifen unter dieser Last etwa 15 Prozent einfedert. Grundlage sind veröffentlichte Messungen zur Last und Einfederung von Fahrradreifen, mit denen auch dieser Rechner abgeglichen wurde. Zum Schluss berücksichtigt das Modell Untergrund, Karkasse, Laufradgröße und Tempo. Bei Hookless-Felgen gilt zusätzlich die ETRTO-Obergrenze.
Warum 15 Prozent Einfederung? Mit mehr Druck springt der Reifen über Unebenheiten und verliert Tempo. Mit weniger Druck wird er in Kurven schwammig und riskiert Durchschläge oder Felgenkontakte. Dazwischen liegt der beste Kompromiss aus Rollwiderstand, Grip und Schutz.
Wo eine Abwägung nötig ist, empfiehlt der Rechner bewusst eher etwas weniger Druck. Auf echten Straßen kosten wenige psi zu wenig fast nichts, während zu viel Druck Komfort und Geschwindigkeit kostet. Route Companion verwendet dieselbe Berechnung und bezieht zusätzlich die Untergründe deiner geplanten Route ein.
Reifendruck nach Einsatzbereich
Möchtest du typische Druckwerte passend zu deinem Gewicht und deiner Fahrweise sehen? Öffne den voreingestellten Rechner für deine Disziplin:
Häufige Fragen
Welchen Reifendruck sollte ich auf Gravel fahren?
Es hängt von Fahrergewicht, Reifenbreite und Untergrund ab. Als grober Ausgangspunkt fährt ein 75-kg-Fahrer mit 40-mm-Reifen etwa 28–34 psi auf festem Gravel und weniger auf losem oder grobem Schotter. Nutze den Rechner für einen Wert passend zu deinem Setup und stimme ihn über einige Fahrten in Schritten von etwa 2 psi ab.
Warum sind die Drücke vorne und hinten unterschiedlich?
Dein Gewicht verteilt sich nicht gleichmäßig auf beide Räder. Je nach Radtyp und Gepäck trägt das Hinterrad meist 51 bis 56 Prozent. Passender Druck pro Laufrad lässt beide Reifen gleich weit einfedern, damit das Rad berechenbar einlenkt und rollt.
Ist niedrigerer Druck wirklich schneller?
Auf echten Straßen meist ja, bis zu einem gewissen Punkt. Mit zu viel Druck schluckt der Reifen keine Vibrationen mehr und beginnt zu springen. Das kostet Tempo und Komfort. Auf rauem Untergrund rollt etwas zu weich schneller als etwas zu hart, deshalb empfiehlt der Rechner im Zweifel eher weniger Druck.
Was bedeutet die 15-%-Einfederungsmethode?
Die Reifeneinfederung beschreibt, wie stark ein Reifen unter Last nachgibt. Systematische Messungen von Ingenieur Frank Berto zeigen, dass etwa 15 Prozent Einfederung Rollwiderstand, Komfort und Durchschlagschutz gut ausbalancieren. Viele seriöse Rechner stützen sich auf diese Daten. Auch dieser Rechner wurde damit abgeglichen und berücksichtigt zusätzlich Untergrund und Karkasse.
Ändern Hookless-Felgen die Empfehlung?
Ja. Für Hookless-Felgen gilt nach ETRTO eine Obergrenze von 72,5 psi beziehungsweise 5 bar, viele Reifen-Felgen-Kombinationen liegen darunter. Aktiviere die Hookless-Option, damit der Rechner das Ergebnis begrenzt und dich warnt. Prüfe immer auch die Grenzwerte der Hersteller.
Macht Tubeless gegenüber Schläuchen einen Unterschied?
Ein wenig. Tubeless-Setups können sicher etwas weniger Druck fahren, weil kein Schlauch eingeklemmt werden kann und sich geschmeidige, schnelle Karkassen leichter verformen als verstärkte Touring-Karkassen. Wähle dein Setup im Rechner aus, dann wird die Empfehlung angepasst.
Dein Reifendruck ändert sich mit der Route.
Route Companion erkennt die Untergründe auf deiner tatsächlichen Route, etwa Asphalt, festen Gravel und losen Schotter, und empfiehlt den passenden Druck direkt in der Tourvorbereitung neben Wetter, Kleidung und Verpflegung.